Parallelen zum Heimatverein Ostbevern
Ausstellung im Heimathaus eröffnet


WN-Bericht Daniela Allendorf, Fotos Klaus Brandes

Dienstag, 26.05.2026

Heike Müller vom Heimatverein (l.) und Andre-Marcel Siegel vom LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte gaben eine Einführung in die Ausstellung im Heimathaus.
OSTBEVERN. Andre-Marcel Siegel vom LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte war in der vergangenen Woche im Ostbeverner Heimathaus zu Gast. Der Grund: Dort stand die Eröffnung der Ausstellung „Heimat gestalten - Westfalen erzählen. Der Westfälische Heimatbund von 1915 bis heute“. Nach einem Lob - Siegel war begeistert von der tollen Umgebung des Heimathauses in dem „seine“ Ausstellung ein vorübergehendes Zuhause gefunden hat - ging er in seiner Einführung auf die drei Themenbereiche anhand einzelner Beispiele ein. So machte er deutlich, dass der Heimatbegiff sich in den letzten 100 Jahren immer wieder stark gewandelt hat. In den 30er Jahren beispielsweise seien die Heimatvereine zu Trittbrettfahrern der Verbreitung der NS-Ideologie und der Eroberung des Ostens geworden. Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Begriff „Westfalen“: So sei es noch bis in die 1960er Jahre den Bewohnern des Ruhrgebietes, Teil der Provinz Westfalen, aufgrund der vielen Einwanderer die westfälische Zugehörigkeit abgesprochen worden, berichtete André-Marcel Siegel. Das habe sich erst in den späteren Jahren grundsätzlich gewandelt. Im dritten Teil der Ausstellung geht es um die 111-jährige Geschichte des Westfälischen Heimatbundes. „Gerade dort zeigen sich viele Parallelen zum Heimatverein Ostbevern der erstmals in der NS-Zeit 1937 durch lokale Parteigrößen ins Leben gerufen wurde“, weiß man auch aus Reihen des Ostbeverner Heimatvereins zu berichten. Im Gegensatz zum Westfälischen Heimatbund habe man es in Ostbevern allerdings nicht geschafft, sich neuen Herausforderungen zu stellen, so dass der Verein schließlich aufgelöst wurde. Ein Neustart gelang später dadurch, dass der Verein, getragen von allen Teilen der Bevölkerung, von unten herauf neu entstanden ist. Die Ausstellung im Ostbeverner Heimathaus wird bis einschließlich zum 7. Juni (Sonntag) dort zu sehen sein und ist immer mittwochs von 18 bis 19 Uhr sowie freitags, samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Auch individuelle Termine bietet der Heimatverein nach Vereinbarung an. Der Eintritt ist frei.