Von Weihnachten, der Ehe und den Böllern von damals

Plattdeutscher Abend im Heimathaus
WN-Bericht, eigener Bericht, Foto Klaus Brandes

Samstag, 06.01.2024

OSTBEVERN Der Heimatverein freute sich über viele Gäste im noch weihnachtlich geschmückten Heimathaus beim plattdeutschen Abend. Herrmann Kövener erinnerte an die guten Vorsätze und daran, was am Ende des Jahres noch davon übrig bleibt. An Silvester reichten sich das alte und das neue Jahr die Hand und die Teilnehmenden blickten zurück auf die Perlenkette, die alle selbst gedreht hatten.
Plattdeutscher Abend im Heimathaus Ein gewohntes Bild beim plattdeutschen Abend im Heimathaus: Kaum ein Platz blieb leer.
Gerda Keuper erinnerte an die Bedeutung der Krippen aus Kindertagen. Mancher modernen Krippe fehlt es ihrer Meinung nach an Ausstrahlung, das Jesuskind wirke etwas verloren. Aber jeder habe nun mal seine eigenen Vorstellungen, wie es wohl früher in Bethlehem war. Mit zwei gespielten Sketchen unterhielten Heike und Bernd Artmann das Publikum und zeigten, dass es in der Ehe nicht immer nur harmonisch zugeht.
Für eine Überraschung sorgte Werner Kövener in der Pause. Er zeichnete sich nicht nur durch die musikalische Begleitung aus, sondern brachte als Geschenk für das Heimathaus auch ein selbst getischlertes Tablett aus Buchenholz mit. So konnte der obligatorische Neujahrsschnaps problemlos an die Gäste ausgeschenkt werden.
Über den besonderen Einsatz mittels selbst gemachtem Weihrauch durch die Messdiener beim Dreikönigsgottesdienst berichtete Hermann Kövener. Die Vernebelung der Kirche blieb nicht ohne Folgen. Auch an den heidnischen Brauch des Böllerns zu Silvester wurde erinnert. In Zeiten, wo es noch keine Raketen gab, verwendete man demnach Miälkdüppen und Kabit. Durch Zugabe von Wasser entstand Acethylen, wurde erzählt, das durch Entzünden einen ordentlichen Bumms abgab und den Deckel der Düppe auch durch manche Fensterscheibe beförderte – nicht minder gefährliche als manche Polenböller heute, hieß es.
Anni Preckels erzählte von kalten Wintertagen am warmen Herdfeuer. Die Frauen waren mit Handarbeit beschäftigt, frei nach dem Motto: Gut gestopft ist besser als schlecht gestrickt. Wie es allerdings passieren konnte, dass man sich im Ehebett den dicken Zeh bricht, war ebenfalls eine unterhaltsame Geschichte. Albert Laubrock schloss den Abend mit heiteren Kurzgeschichten ab.