Krippe aus dem 3D-Drucker

Ausstellung im Heimathaus
WN-Bericht und Fotos Anne Reinker

Mittwoch, 11.01.2023

OSTBEVERN. Der Plan, die Krippenausstellung als eine regelmäßige Veranstaltung in das Programm des Heimatvereins zu etablieren, wie vor einigen Jahren angedacht, wurde durch die Pandemie ausgebremst. 2019 und 2020 hatte die Durchführung noch geklappt, danach nicht mehr. Nun starteten die Organisatorinnen einen neuen Anlauf. Erfolgreich, denn mehr als die erhofften Besucherzahlen sprachen dafür, dass sich der Aufwand gelohnt hat.
»Wir haben herumgefragt etwa bei der Wäscheausstellung vor einigen Monaten.« Angelika Schulze Hagen
Krippenausstellung im Heimathaus. Aus privatem Besitz stammen die Krippen in der Ausstellung im Heimathaus. Am vergangenen Sonntag nutzten zahlreiche Ostbeverner die Gelegenheit, sich die Exponate anzusehen.

Angelika Schulze Hagen, Hildegard Wördemann, Maria Bals und Annegret Stiller hatten vorab gut zu tun, um etwas zum Thema präsentieren zu können. Und so konnten 40 Krippendarstellungen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, am Sonntag die Gäste im Heimathaus begeistern. „Zeitweise waren etwa 50 Besucher gleichzeitig da", berichtete Vorstandsmitglied Alfred Stiller erfreut.
„Es sind alle auf ihre Art und Weise schön", meinte Angelika Schulze Hagen zu den Krippen, die alle aus Privatbesitz kommen. Gisela Hertleif aus Telgte stellte Figuren zur Verfügung, die früher im örtlichen Krankenhaus aufgebaut waren. Deren Alter wurde auf 80 Jahre geschätzt. Eine weitere Besonderheit sind die kleinen Gestalten, die anno dazumal als Sammelfiguren die Margarine-Packungen zierten. Das Gegenteil von ihnen: die in Handarbeit hergestellte Darstellung der heiligen Familie aus Wachs, die nicht nur aufgrund ihrer Größe beeindrucken. Marlies Fiege hatte sie dem Heimatverein für die Schau geliehen. Wie man zu solch einer Fülle an Exponaten kam? „Wir haben herumgefragt, etwa bei der Wäscheausstellung vor einigen Monaten", berichtete Angelika Schulze Hagen. Auch Krippen, die über Spenden zur Kleiderstube kamen, sind dabei und werden im Anschluss noch im „Lager" des Heimathauses verbleiben. Eine der sicherlich neuesten Modelle: eine Krippe aus dem 3D-Drucker.
Auch viele weitere Abbildungen brachten zum Staunen. Etwa eine kleine Miniaturausgabe in einer Art Schmuckschachtel aus England oder eine spanische in Würfelform. Kinderkrippen aus dem Spielwarensortiment bringen den Jüngsten das Thema nahe.
Krippenausstellung im Heimathaus. Zu sehen sind unter anderem rund 80 Jahre alte Figuren, die ursprünglich aus dem ehemaligen örtlichen Krankenhaus stammen.
Kreativität ist gewünscht, wie man bei den meisten Aufbauten sehen kann.
„An der Krippe in Bethlehem war bestimmt kein Moos", nannte Hildegard Wördemann ein Beispiel, wie frei man sich mit der Präsentation der Krippen beschäftigte. Dafür sprechen auch alte Baumwurzeln oder Sandstein als Materialien. Ohne diesen Einfallsreichtum wäre die heilige Familie in der Weihnachtszeit sicherlich nicht in so vielen Haushalten präsent. Rundum hatten die Organisatorinnen dafür gesorgt, dass noch einmal adventliche Stimmung zu spüren war. Tannenzweige zwischen den Exponaten, Kerzen und die Ausstellung alter weihnachtlicher Plätzchenteller machten das Ganze „rund". Auch am kommenden Sonntag sind die Krippen noch zu sehen, dann wieder ab 14 Uhr. Für Glühwein und Knabbersachen ist gesorgt, versprechen die Organisato-rinnen und laden erneut zu einem ausgedehnten Besuch ein.

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