Heimatfreunde erhielten Einblick in Brennereitechnik

Text und Fotos Alfred Stiller

Sonntag, 14.08.2022

Natürlich hatten die Organisatoren der Radtour des Heimatvereins, Ludger Kövener und Alfred Stiller sehr auf gutes Wetter am Sonntag gehofft. Dass das dann aber gleich „Kaiserwetter plus“ werden würde, das war nicht vorauszusehen. Trotz der angekündigten Hitzewelle hatten sich genau 20 Interessenten am Heimathaus eingefunden, die die 65 Kilometer lange Tour mitfahren wollten und von Franz-Josef Elberich begrüßt wurden. Auf wirklich schattigen Wegen, durch die Bauerschaften, durch den Kattmannskamp und über Ladbergen erreichte die Radler Gruppe nach drei kleinen Zwischenstopps das Korn-Brennerei-Museum in Saerbeck. Da zudem ein wenig Wind wehte, kam man recht entspannt und genau pünktlich dort an.
Heimatfreunde erhielten Einblick in Brennereitechnik
Reinhard Dyckhoff und Jürgen Zepp vom Heimatverein Saerbeck begrüßten die Heimatfreunde und sorgten dann mit einer Präsentation auf einem riesigen Bildschirm, erst einmal für einen Einblick in die Geschichte des Hauses und die Technik einer Korn Brennerei. Die landwirtschaftliche Korn Brennerei Dalmöller-Niehaus bestand von 1812 bis 1976. Im Jahr 1994 wurde begonnen, das stark verfallene Gebäude in mehrjähriger Arbeit zum heutigen Schmuckstück, das ist das Museum wirklich, umzubauen. Begriffe wie „Heinze-Dämpfer, „Fuselöl“, „Maischesäule“ schwirrten dann durch den Raum, aber auch die wurden erklärt. Ob man wirklich Methanol und Feinbrand am Geruch erkennen kann? Jedenfalls geschnuppert haben einige der Besucher. Auf dem Weg durch die Korn Brennerei, es ging über sechs Ebenen, war es im Keller angenehm kühl und unter dem Dach des nicht isolierten Gebäudes drückend heiß. Übrigens wurde dort das Thema „Balkenbrand“ angesprochen. Schwarzbrennereien, also Schnapsherstellung ohne behördliche Genehmigung, gab es früher auch und die Apparaturen waren oft auf den Dachböden der Häuser installiert.
Heimatfreunde erhielten Einblick in Brennereitechnik
Nach einem sehr informativen ausgiebigen Rundgang stärkten sich alle mit Kaffee und dem mitgebrachten Streuselkuchen, den fleißige Helferinnen transportiert hatten. Dann gab es noch die Gelegenheit diverse alkoholische Spezialitäten zu erwerben. Wer sich nicht für den gerade zum Dorfjubiläum neu aufgelegten Likör „Cacao mit Nuss“ entschied, nahm vielleicht einen „Hausfreund“ mit nach Ostbevern. Aber keine Angst, hier handelt es sich um einen 42%igen Kräuterlikör nach altem Saerbecker Rezept. Ein kleines Präsent für die beiden Ehrenamtlichen des Heimatvereins Saerbeck gab‘s natürlich auch, jeweils eine Mettwurst und eine Kaffeetasse aus Ostbevern und ein vielstimmiges „Dankeschön“. Auch die Rückfahrt, wieder mit etlichen Verschnaufpausen, war dann gut zu bewältigen und am Heimathaus Ostbevern konnte man feststellen, die Tour war nur 140 Meter länger als vorher angekündigt. „Es hat Spaß gemacht, war interessant und selbst das etwas zu gute Wetter war kein Problem“, da waren sich die Teilnehmer einig.