„Glücksiälig Niejoahr“ gemütlicher Plattdeutscher Abend 08.01.2020 im Heimathaus

08. Januar 2020


Ein wenig so, wie das „Dinner for one“, war es schon beim ersten Plattdeutschen Abend im neuen Jahr. Nicht etwa, dass nicht ausreichend Besucher gekommen wären, nein, das „Procedere“ glich den Veranstaltungen im letzten Jahr. Glöckchen Geklingel und das „Guoden Aobend leiwe Lüe“ von Hermann Kövener gehören einfach dazu. Klar gab es auch von ihm Neujahrswünsche und ein dickes Lob für die stimmungsvolle Gestaltung der Tenne. Hier und in den anderen Räumen standen noch mehrere Krippen aus der Veranstaltung vom letzten Sonntag, die angesehen werden konnten.

„Glücksiälig Niejoahr“ gemütlicher Plattdeutscher Abend 08.01.2020 im Heimathaus

Die Akteure Anni Preckel, Gertrud Mussmann, Albert Laubrock, Bernd Artmann und Hermann Kövener mussten aber noch auf ihren Einsatz warten. Zunächst ging es mit Akkordeonbegleitung von Werner Kövener und „Si män vergnögt un frei di“ um die kleine Freuden des Lebens. Dann präsentierten die Vortragenden Heiteres und Besinnliches aus der Vergangenheit und der Gegenwart. Auch wenn manche Stücke fünfzig oder noch mehr Jahre alt waren, die Begebenheiten hätten sich auch gestern ereignet haben können. Silvesterböller, Neujahrsrückblicke auf Kriege und manches Unheil waren absolut aktuell. Dass das Böllern mit alten Milchkannen und Karbid früher gefährlich war, zeigte sich in einer Geschichte, als der Kannendeckel in der Vitrine in der guten Stube landete. Gute Wünsche, gleichmäßigen Herzschlag, gute Worte zur rechten Zeit, das wünschte Gertrud Mussmann. Sie hatte für die aktiven Organisatorinnen und die eifrigen Lieferanten der leckeren Plätzchen auch ein kleines Präsent vorbereitet. Geschichten über den Schnee und Abendstimmungen vor dem schwarzen Busch gab es von Anni Preckel, die sich fragte: „Kommt der denn dieses Jahr überhaupt noch?“ „Hat sich im neuen Jahr was geändert“, fragte dann auch Bernd Artmann und machte sich daran das Geschenkpaket mit 52 kleinen Päckchen auszupacken. Wie es an Weihnachten vor einhundert Jahren zuging erzählte Hermann Kövener. Leider wurden die von den Kindern selbstgeschnitzten Krippenfiguren aus Rüben von der kurzsichtigen Oma an die Kühe verfüttert. Eine kleine Episode um das Thema „zu wenig Fleisch im Topf“ spielten dann Hermann und Werner Kövener, der mit Kopftuch und hoher Stimme alle zum Lachen brachte. Wie Werner zur Musik gekommen ist, dass demonstrierte er dann auf einer kleinen Handharmonika und dem uralten Lied „Lippe-Detmold“ und weiteren kurzen Stücken. Auch nach der Pause, die zum Reden und Ansehen der Krippen genutzt wurde, ging es unterhaltsam weiter. Ob dann „der Düvel kommt“, oder Kurt Angst vor Besuch zum Mittagessen hat, die Luft für die Kirchenorgel noch von Schülern per Fußtritt „gemacht“ wurde, oder ein Münsterländer zu Besuch in Paris weilt, Überraschungen und lustige Geschichten gab es zuhauf. Ob ein bisschen Kitzeln fürs Heiraten reicht, will die Tochter wissen; bei der Mama war es so, berichtet diese. Aber auch Münsterländer Spezialitäten, wie Grünkohl mit Speck, waren eine Erzählung wert. Zum Ende brachte Werner Kövener noch eine Menge Lokalkolorit im Lied von Udo Jürgens unter, dass nun bei Heinz Finke spielte und „De Düvel häw denn Fussel maakt“ lautete. Nach einem „Guod goahn“ war der unterhaltsame Abend leider zu Ende. Der nächste Plattdeutsche Abend - dann mit den Beversängern - ist am 05. Februar 2020.