Schmackhafter Advent - In der Weihnachtsbäckerei...

01. Dezember 2019

WN-Bericht: Anne Reinker


25 Kilogramm Teig wurden beim Spekulatiusbacken des Heimatvereins in Ostbevern verarbeitet.

Statt heiß und fettig hieß es im Heimathaus beim Spekulatiusbacken heiß und knusprig

„Die Maschine läuft einwandfrei“, freute sich Willy Wolke . Beim Spekulatiusbacken des Heimatvereins, das der Bäckermeister seit neun Jahren fachmännisch begleitet, drehte sich das manuelle Maschinenwerk für die Herstellung des Gebäcks ruhig und regelmäßig. Dementsprechend funktionierte die kleine „Produktionsstraße“ vom Teig bis hin zur Verpackung reibungslos.

Dass der Motor so gut lief, war Reinhold Middrup zu verdanken, wie Klaus Brandes erklärte. Die Maschine selbst ist im Bestand des Heimathauses und kommt ursprünglich aus der Bäckerei Frye.

So ganz wollte Willy Wolke nicht verraten, nach welchem Rezept er den Teig herstellt. Butter, Zucker, Milch und das sogenannte ABC-Triebmittel gehörten dazu. „Beim Mehl muss es das 550er Mehl sein, also nicht das ganz helle“, erklärte Wolke, der zwar die Zutaten, aber nicht die Mengen preisgab. Die für Spekulatius so wichtigen Gewürze teilte er dennoch mit: Neben Zimt und Nelke gehören auch noch Kardamom, Mazis und Muskat dazu.

„Das Rezept habe ich so schon von meinem Vater übernommen“, sagte der Bäcker. Stolze 25 Kilogramm Teig spendete er für die gute Sache. „Mir ist die Tradition wichtig“, so Wolke. „Sonst würde ich das gar nicht machen.“

Tradition, dass ist natürlich auch für die Heimatfreunde ein wichtiges Stichwort. Denn durch das Spekulatiusbacken geben die Ostbeverner natürlich das Wissen über ein wichtiges Handwerk weiter. Vor allem an den Nachwuchs, der spätestens zum Auftritt der „Beverspatzen“ eintrudelte. Einmal das große Rad drehen oder vom Teig naschen war erlaubt. Mit großen Augen verfolgten die Kinder, wie die Maschine die hübschen Teigfiguren formten. Seit etwa 15 Jahren backen die Heimatfreunde jährlich am ersten Sonntag im Dezember das knusprig-buttrige Gebäck. „Das ist eine Sache im Verein, die unheimlich gerne gemacht wird“, sagte Vorsitzender Franz-Josef Elberich. Schwierig sei es darum nicht, die notwendigen Helfer dafür gewinnen zu können. Neben den Aktiven rund um die Spekulatiusmaschine müssen auch noch Helfer bei der Verpackung, dem Verkauf und der Bewirtung der Gäste vor Ort sein.

Jede Menge der Plätzchen fanden Abnehmer oder wurden direkt bei einem Getränk verzehrt. Ob noch genug für den plattdeutschen Abend am morgigen Mittwoch, den 4. Dezember übrig sein werden? Man darf gespannt sein.