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Innenansicht der katholische Pfarrkirche
Innenansicht der katholischen Pfarrkirche vor dem Umbau während einer Trauung.
Bild: Heinz Lüning
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Archiv-Berichte

Angst war ein ständiger Begleiter - Zeitzeugen berichten vom Ende des Zweiten Weltkrieges 13.04.2015

Mitgliederversammlung Zeitzeugen berichten 13.04.2015 Bericht und Bild von Anne Reinker, WN
Der 70. Jahrestag nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hatte die Verantwortlichen des Heimatvereins dazu bewogen, zur Mitgliederversammlung das Thema mit Zeitzeugen aufzugreifen. Zunächst beleuchtete Bernhard Frye die „Nacht von Ostbevern“ in einer kleinen thematischen Einleitung. Detaillierter gingen dann Anni Preckel und Dr. Franz Oberwalleney auf die Geschehnisse ein.
„Wir glaubten alle, dass es bald vorbei sein würde“, erinnert sich Anni Preckel, die als 18-Jährige die Kriegszeit erlebte. Auch die deutschen Soldaten seien optimistisch gewesen. Preckel, die damals in der Bauerschaft wohnte, hatte von den Geschehnissen im Dorf nur wenig mitbekommen. Man habe jedoch den Lärm der Panzer und der Gefechte wahrgenommen. „Mein Vater hat gesagt, wenn das so weitergeht, steht bald nichts mehr von Ostbevern.“ Viele Soldaten seien damals auf dem elterlichen Hof untergebracht gewesen. Für die Verpflegungstruppe habe die Familie sogar Ostereier gekocht. „Und ich habe das erste Mal in meinem Leben einen farbigen Menschen gesehen.“ Insgesamt sei es eine sehr aufregende Zeit gewesen, die aber auch von Angst durchwachsen war, erinnert sich Preckel.
Dr. Franz Oberwalleney gehörte 1945 dem Volkssturm an. Eingezogen wurde er im Alter von 15 Jahren. Für ihn ging es zunächst nach Harsewinkel, wo er und ein weiterer Ostbeverner mit Waffen angelernt werden sollten. „Wir wurden gedrillt“, erinnerte er sich. In einer Nacht sei man mit dem Fahrrad heimlich nach Hause gefahren. Von der Polizei wurde er daraufhin als „fahnenflüchtig“ vermerkt. Ihn und seine Geschwister habe der Vater in die Bauerschaft Brock gebracht, wo man sich versteckt gehalten habe. „Das Schlimmste war die Angst“, sagte der Ostbeverner, die sei auch in der Erinnerung noch wach.
Die Amerikaner, die darauf bedacht gewesen seien, möglichst bald wieder normale Verhältnisse zu schaffen, schürten bei dem damals Jugendlichen ebenfalls große Ängste. Auch er habe zum ersten Mal einen farbigen Menschen gesehen. Doch der Amerikaner habe auf seine Furcht reagiert und ihm eine Tafel Schokolade geschenkt. Das sei sehr einprägsam gewesen.
Sein Vater, im Ostbeverner Krankenhaus als Arzt tätig, habe viele Verwundete behandelt. „Oft ist er einige Tage dort geblieben und hat durchgearbeitet“, erinnert sich Oberwalleney. „Aber auch die Schwestern dort haben unheimlich viel geleistet.“
Nach dem Krieg sei er von den Engländern zum Dienst verpflichtet worden, der Vater habe es jedoch erreicht, dass er den Besuch der Schule fortsetzen durfte.
Einig waren sich die Redner, zu deren Ausführungen sich noch andere Zeitzeugen zu Wort meldeten, dass der Rechtsanwältin Dr. Frieda Schwarz große Verdienste um ihre Vermittlung mit den Amerikanern angerechnet werden müssen. „Ohne sie wäre nichts von Ostbevern übrig geblieben“, sagte ein Sprecher.



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