HEIMATVEREIN
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Innenansicht der katholische Pfarrkirche
Innenansicht der katholischen Pfarrkirche vor dem Umbau während einer Trauung.
Bild: Heinz Lüning
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Inessa Mirtschewskaja - Vortrag "Zwangsarbeit" Mittwoch, 26.09.2012

Inessa Mirtschewskaja - Vortrag Zwangsarbeiter im letzten im letzten Weltkrieg, die hat es auch in Ostbevern auf Bauernhöfen gegeben, Zeitzeugen, die darüber berichten könnten, sind 67 Jahre nach Kriegsende kaum noch zu finden. Inessa Mirtschewskaja, damals noch ein junges Mädchen von knapp 10 Jahren wurde mit ihrer Mutter aus Kiew verschleppt und kam nach vielen Stationen auch auf einen Bauernhof in Ostbevern. In ihrem Buch „und er hat mir die Mama geschenkt“ hat sie ihre Lebenserinnerungen aufgeschrieben. Bei ihrem jetzigen Besuch in Deutschland, gemeinsam mit ihrem Sohn Alex, war sie an den Stätten, die damals Stationen ihres von viel Leid gezeichneten Weges waren. Nach zwei Tagen Duisburg war sie am Mittwoch in Ostbevern. Hier war sie in der Kriegszeit mit ihrer Mutter zunächst auf einem Bauernhof in der Bauerschaft Brock, nach der Befreiung durch die Alliierten hatten ihre Mutter und sie Unterschlupf im 1928 erbauten Haus der Familie Poggenburg, am heutigen Lienener Damm, gefunden. Da das zuvor von der Familie Poggenburg als Wohnhaus genutzte Gebäude das heutige Heimathaus ist, war es nahe liegend, hier einen Vortragsabend abzuhalten. Der Heimatverein hatte auf Wunsch von Herrn Heinz Kock, der den Besuch der heute 80-jährigen in Ostbevern organisiert hatte, die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt.
Etwa 70 Besucher hatten sich am Mittwochabend eingefunden, nach der Begrüßung durch Alfred Stiller vom Heimatverein und einer Information von Herrn Heinz Kock erläuterte Frau Inessa Mirtschewskaja, wie es zu dem Besuch gekommen war und stellte sich in einer kurzen Biografie vor. Die Übersetzung – simultan - übernahm Herr Jürgen Janeikes aus Telgte. Frau Mirtschewskaja erzählte dann, ohne jegliche Unterlage, frei und sehr ergreifend ihre Geschichte. Die Verschleppung aus Kiew, die Zeit im Duisburger Lager, die Begegnungen, insbesondere mit anderen Kindern, ihre Arbeit in der Lagerküche, vom schlechten Essen und von dem Tag, als ihre Mutter hingerichtet werden sollte. Deren Leben wurde nur gerettet, weil Inessa, die Tochter, damals genau an diesem Tag ihren 11. Geburtstag hatte und der Kommandant, der davon hörte, ihr zum Geburtstag das Leben der Mutter schenkte. Im Heimathaus wurde es während dieser Schilderungen sehr still, es gab betretene und sehr nachdenkliche Gesichter, als die Zeitzeugin berichtet. Nach der Bombardierung des Duisburger Lagers machten sich Inessa und ihre Mutter auf den Weg durch Westfalen, sie fanden Unterkunft in einem Kloster, vielleicht in Münster gelegen und kamen dann nach Ostbevern auf einen Bauernhof. Dieser Aufenthalt und die Zeit nach der Befreiung und die anschließende Unterbringung auf dem Hof Poggenburg, bei Frau Maria Poggenburg, der Nichte des aus Ostbevern stammenden Bischofs Poggenburg, schilderte Frau Mirtschewskaja sehr gefühlvoll. Erstaunlicherweise überwogen die positiven Erlebnisse, die sich besonders in ihrer Schilderung über Kontakte mit den kleinen Kindern des Bauern und der schon erwähnten Maria Poggenburg ergeben hatten. Details, wie ein neuer Mantel, ein kurzes Gedicht, das sie noch in deutscher Sprache vortragen konnte und die Erklärung zur liebevollen Fürsorge von Maria Poggenburg zeigten, dass auch nach so langer Zeit die Erinnerung an gutes nicht verblasst war. Die Rückkehr nach Kiew, auch mit vielen Problemen behaftet, die anschließende Zeit nach der Rückkehr, als sie nicht über die Zeit in Deutschland berichten durfte und fast sämtliche Unterlagen vernichten mussten um nicht sofort wieder in ein Lager in Russland zu kommen, der Tod ihres Vaters im Krieg, erläuterte Frau Mirtschewskaja den Zuhörern. Nach einer kurzen Pause, es schien so, als hätte sie diese gar nicht nötig, da sie trotz des langen Tages erstaunlich gut gehalten hatte, stellte sie sich den vielen Fragen der Zuhörer. Diese Fragen, die sich auf die Verarbeitung ihrer schlimmen Erlebnisse, ihre heutige Sichtweise zur deutschen Bevölkerung, ihr Leben in ihrer Heimat nach der Rückkehr und vieles mehr bezogen, wurden direkt beantwortet. Ihr Sohn Alex richtet dann noch einige Worte an die Zuhörer. Er setzte sich mit Kriegen, dem Zusammenleben der Völker, Freundschaft und Verständnis, auseinander. Vom Heimatverein gab es dann ein Buch über die Geschichte Ostbeverns, von Frau Mirtschewskaja ein Buch für den Heimatverein und die Zuhörer spendeten, da der Heimatverein auf die Bezahlung der Getränke verzichtet hatte, eine ansehnliche Summe für die Arbeit von Frau Mirtschewskaja.


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