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Innenansicht der katholische Pfarrkirche
Innenansicht der katholischen Pfarrkirche vor dem Umbau während einer Trauung.
Bild: Heinz Lüning
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Leben und Lieben anno dazumal

Leben und Lieben anno dazumal -ga- Ostbevern. Im ersten Lebensjahr dürfen dem Säugling weder die Nägel noch die Haare geschnitten werden. Sonst wird es ein Spitzbube. So zumindest heißt es in einem alten Zeitungsartikel aus dem 19. Jahrhundert. Ausgegraben hat ihn Dr. Ruth Horstmann vom Heimatverein Ostbevern im Kreisarchiv Warendorf.

Wurde so auch in Ostbevern mit Babies verfahren? Durften die Mütter ihrem Kind die Nägel, wenn schon nicht schneiden, dann doch wenigstens abbeißen? Solche und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt der zweiten Geschichtswerkstatt, die am Montagabend im Heimathaus stattfand. Rund 20 Teilnehmer unter ihnen auch Bürgermeister Jürgen Hoffstädt sprachen über alte Riten und Bräuche zu den Themen Hochzeit, Geburt und Taufe.

Die Geschichtswerkstatt ist ein Arbeitskreis, den der Heimatverein ins Leben gerufen hat. Ziel der Veranstaltung ist es, Alltagsgeschichte lebendig werden zu lassen. Einzelne Erinnerungen an alltägliche Dinge fügen sich auf diese Weise zusammen wie ein Mosaik, erklärt Hugo Molkenbur, Geschäftsführer des Heimatvereins. Was so entsteht, ist Geschichte von unten: nicht die großen politischen Ereignisse stehen dabei im Mittelpunkt, sondern kleine, alltägliche Begebenheiten, die viel darüber aussagen, wie das Leben anno dazumal ablief.

So wurden zum Beispiel die meisten Kinder früher zu Hause geboren. Die Hebamme kam mit dem Fahrrad. Gab es Probleme bei der Geburt, wurde eine Nottaufe durchgeführt. Das Leben des Kindes war wichtiger als das der Mutter. Ungetaufte Kinder, so der Volksglaube, kamen nicht in den Himmel. Neugeborene wurden sechs Wochen lang eingepuckt, also in ein dickes Leinentuch gebunden, so dass sie nicht strampeln konnten. Die Namensgebung orientierte sich an Althergebrachtem: Meist fiel die Wahl auf die Namen der Großeltern. An zweiter Stelle kamen die der Paten.

Auch zum Thema Hochzeit konnten die Teilnehmer der Geschichtswerkstatt viel zusammentragen. Bei der Partnerwahl, so die einhellige Meinung, spielte Liebe keine Rolle. Wichtiger war, dass der oder die Auserwählte zur Familie passte. Das mit der Liebe würde sich dann schon einstellen. Einen Gästebitter, wie er in manchen Gemeinden bekannt war, gab es in Ostbevern aber wohl nicht. Stand eine Hochzeit bevor, hieß es für die Nachbarn auch vor hundert Jahren schon, einen Kranz zu wickeln. Und bereits damals wurde jeder einzelne Arbeitsschritt vom Ausmessen über Grünholen und Rosenbinden bis hin zum Auf- und Abhängen, gebührend gefeiert.

Das nächste Treffen des Arbeitskreises Geschichtswerkstatt unter Leitung von Dr. Ruth Horstmann wird sich noch einmal mit dem Thema Hochzeit beschäftigen. Ein Termin wird noch genannt. Neue Interessenten sind willkommen.

Westfälische Nachrichten 04.09.2002

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