HEIMATVEREIN
OSTBEVERN e.V.
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Innenansicht der katholische Pfarrkirche
Innenansicht der katholischen Pfarrkirche vor dem Umbau während einer Trauung.
Bild: Heinz Lüning
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Archiv-Berichte

Schnatgang Grenze Kattenvenne und Ostbevern

Schnatgang am 03.10.2011 Die Sonne strahlte, herrliches Herbstwetter, nur einige wenige Wolken zeigten sich am Himmel. Erich Harenbrock als Organisator des Schatgangs hatte einen markanten Treffpunkt ausgesucht, am Schnaatweg, der schreibt sich tatsächlich mit einem doppelten „a“, an der Grenze zwischen Lienen-Kattenvenne und Ostbevern, trafen sich fast 60 Teilnehmer aus Ostbevern und Kattenvenne am dortigen Grenzstein. Dieser Grenzstein von 1827, der mit einem „H“ für das Königreich Hannover und einem „P“ für das Königreich Preußen versehen ist, steht zwar nicht mehr exakt an der Grenze, wie Christof Spannhoff, Historiker an der Uni Münster und als Mitglied der „Kattenvenne 1312 e.G.“, erläuterte. Eine Episode aus den Jahren 1837/38, als ein gewisser Adam Blömker mit Hilfe des Tierarztes Lohmann aus Ostbevern an Sprengstoff kam, mehrere alte Grenzsteine sprengte und diese als Baumaterial fortschaffen ließ, sorgte bei den Zuhörern für Schmunzeln. Christof Spannhoff informierte die Teilnehmer auch darüber, dass die heute wieder aufgelebte Tradition der Schnatgänge, eine gemeinsame Grenzbegehung der Nachbargemeinden, ja seit der Einführung der Grundsteuerkataster im Jahre 1817 nicht mehr erforderlich war. Vor 170 Jahren waren diese Grenz- und Schnatgänge durch die preußische Regierung sogar verboten worden, da es dabei vielfach zu übermäßigem Alkoholkonsum gekommen war. So schlimm sollte es aber beim diesjährigen traditionellen Schnatgang nicht werden. Bernhard Frye, der Vorsitzende des Heimatvereins Ostbevern, begrüßte die Teilnehmer, erläuterte einiges zur geplanten Wegstrecke und informierte, dass er für das passende Wetter gesorgt hätte. Da gab es kurz darauf doch einige lustige Anmerkungen, da ein paar Regentropfen die Wanderer schon auf den ersten Metern ihrer Wegstrecke überraschten.
Ein erster Zwischenstopp wurde an der Friedenslinde eingelegt. Diese Linde war 1947 von Kriegsheimkehrern als Dank für ihre glückliche Heimkehr aus dem zweiten Weltkrieg gepflanzt worden. Eine Bronzegedenktafel, mit eingeschmolzenem Metall aus einem abgestürzten alliierten Flugzeug, erinnert seit 1997 an diese Gegebenheit. Hier gab es Kaffee und Kuchen, die von Helferinnen und Helfern des Heimatvereins angeboten wurden. Christof Spannhoff informierte über Vorkommnisse an der Ortsgrenze, die ja auch Konfessionsgrenze ist. Die Geschichten von grenzüberschreitenden kleinen Diebstählen, die aus bitterer Not heraus im Jahre 1580 geschehen waren und die nach dem Gefängnisaufenthalt im Haus Bevern zum Freitod des Johann Bundte aus Lienen-Meckelwege führten, sorgten bei den Schnatgängern für Gesprächsstoff.
Einige hundert Meter nach der ersten Pause wurde in Höhe der Moorwiesen, direkt an der gemeinsamen Grenze, eine Eiche gepflanzt und ein Grenzstein mit der Aufschrift „Schnatgang 2011“ gesetzt. Die von der Baumschule Schönhoff gespendete Eiche wurde ausgiebig mit Wasser begossen und auch die Schnatgänger mussten nicht durstig weiter wandern. Gemeinsam wurden auch zwei Plattdeutsche Lieder angestimmt.
Die weitere Strecke durch das Waldstück Rehorst, abseits von befestigten Wegen, überraschte durch Naturvielfalt. An dem neugeschaffenen Radweg an der Kreisstraße 10 entlang ging es dann weiter durch die Bauerschaft. Einige Anlieger spendierten den Grenzgängern noch einen kühlen Trunk aus vorher angelegten, versteckten Depots oder direkt an der Haustür. Am Hof Fröhlich angekommen erwarteten die Helfer des Heimatvereins die Wanderer schon mit Getränken und der Grill war auch schon in Betrieb. Christof Spannhoff erzählte noch einmal von Viehhändlern, Pferdediebstählen, von Streitigkeiten bei der Nutzung der gemeinsamen Mark von Kattenvenne und Ostbevern und von der Pfändung und Gegenpfändung von freilaufendem Vieh. Diese Geschichten sind durch Gerichtsurteile detailliert festgehalten und beschrieben worden. Da das Wetter, trotz der zwischenzeitlichen wenigen Regentropfen, sich wieder von der besseren Seite zeigte, konnte auch Bernhard Frye vollauf zufrieden sein. Der diesjährige gemeinsame Schnatgang mit den Kattenvenner und Ostbeveraner Bürgern war wieder ein voller Erfolg.


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